Bauen direkt an der Bahnlinie: Fertigwände aus Beton erfüllen hohe Schallschutzvorgaben

Für Jim Knopf und Lukas den Lokomotivführer wäre es sicherlich das Traumhaus schlechthin, so direkt an den Bahngleisen. Doch steht dieses Haus nicht in Lummerland, sondern an der stark frequentierten Strecke München – Freising. An dieser Stelle stehen Bauherren besonders vor einem Problem, nämlich den nötigen Schallschutz zu garantieren.

Rund um die Metropolregion der bayerischen Landeshauptstadt ist bezahlbares Bauland rar, die Grundstückspreise sind enorm. So erging es auch Romina und Stefan Kummer, weshalb das Paar auf die Idee kam, den Garten seines Elternhauses in Freising als Bauplatz zu nutzen. Es standen hier rund 500 Quadratmeter zur Verfügung, doch es gab einen Haken: Direkt neben dem Garten führt die Bahnstrecke Richtung München. „Der Lärm hätte das Projekt fast zum Scheitern gebracht“, berichtet Stefan Kummer. Die Lärmbelastung beträgt hier bis zu 86 Dezibel. Neben den vorbeirauschenden Güter- und Regionalzügen hat das Grundstück einen zweiten Nachteil: Es liegt in der Einflugschneise des Münchner Flughafens. “Man kann von dort aus den Piloten im Cockpit zuwinken“, scherzt der Bauherr.

Um das Bauvorhaben dennoch zu verwirklichen, erkundigte sich Stefan Kummer zunächst bei ansässigen Baufirmen, die Häuser Stein auf Stein hochziehen. Er bekam jedoch lauter Absagen, denn den Schallschutz-Anforderungen, die das Bauamt in solchen Wohnlagen vorgibt, konnte niemand nachkommen. Auch bei Fertighäusern zeigte sich das gleiche Bild. Sogar in der größten Eigenheim-Ausstellung Bayerns im nahegelegenen Poing fanden die Bauherren keine Lösung.

Bei einer Internetrecherche stieß Stefan Kummer schließlich auf den Beton-Fertigbau, von dem er bis zu diesem Zeitpunkt nicht wusste, dass es diese Bauweise auch für private Einfamilienhäuser gibt. So stellte er sein Problem bei der Eigenheim-Planung der Dennert Massivhaus GmbH im oberfränkischen Schlüsselfeld vor. Dieses Unternehmen erstellt Gebäudehüllen nach individuellen Vorstellungen und Vorgaben. Dächer, Decken, Treppen und Wandelemente werden im Werk von Dennert Massivhaus zu 99 Prozent vorproduziert. Der anschließende Innenausbau sowie die Haustechnik liegen bei den Dennert-Alfa-Häusern wieder in den Händen des Bauherrn.

“Beton ist ein massiver und schwerer Baustoff mit einer hohen Rohdichte”, berichtet Prokurist Holger Kühne von Dennert Massivhaus. “Das Material eignet sich deswegen besonders für den Lärmschutz. Es kann in hohem Maß verhindern, dass Schallwellen die Wände durchdringen.” Aus diesem Grund signalisierte die Fertigbau-Firma, sich dieses Projekt zuzutrauen.

Im vorliegenden Fall musste Dennert Massivhaus dennoch besondere Vorkehrungen treffen. Üblicherweise sind die Wände 17,5 Zentimeter dick, für das Haus an den Bahngleisen bekamen sie eine Stärke von 21 Zentimetern, in einigen Bereichen sind es sogar 24 Zentimeter. Überdies haben die Wände eine 20 Zentimeter dicke Dämmung aus elastifiziertem Polystyrol. So fallen sie deutlich mächtiger aus als üblich. Doch durch diesen Aufbau sowie die Anordnung der Räume und die Planung des Fensterzuschnittes konnte der Einbau von kostenintensiven Fenstern und Kastenfenstern der Schallschutzklasse 5 bzw. 6 verhindert werden.

Dennert Massivhaus konnte den Geräuschpegel im Haus aufgrund dieser Kombination an baulichen Maßnahmen auf das nach DIN 4109 erforderliche Maß senken. Sind alle Fenster geschlossen, erinnert das Flugzeug-Gedröhne lediglich an ein Blätterrauschen im Wald, auch die vorbeirumpelnden Züge sind so gut wie nicht mehr zu hören.

Dabei war der Rohbau vor Ort innerhalb von nur drei Tagen erledigt: Am ersten Tag entstanden die Wände und die Decke des Erdgeschosses, am zweiten wurde das Obergeschoss fertiggestellt. An Tag drei kam das Dach, welches anschließend sofort gedeckt wurde.

Damit immer jeder Handgriff sitzt, lässt Hersteller Dennert Massivhaus die Fertigelemente stets von eigenen Mitarbeitern liefern und montieren. Denn eine unsachgemäße Errichtung birgt große Risiken. Damit Wärmedämmung und Schallschutz garantiert die versprochene Wirkung haben, müssen die Wandelemente millimetergenau justiert und sorgfältig miteinander verbunden werden.

Der Bauabnahme blickt Stefan Kummer nun gelassen entgegen. Schon bald wird das Paar ihr neues Eigenheim mit insgesamt 130 Quadratmetern beziehen. „Wir sind heilfroh, dass es mit Beton-Fertigelementen schallschutztechnisch möglich war, in so einer extremen Lage zu bauen – und wir freuen uns schon jetzt auf den Besuch von Jim Knopf.“