Neubau trifft Denkmal

Moderne Wärmeschutzfassade im Einklang mit historischem Bruchstein

75 Jahre lang stand an der Mühlholzgasse in Leipzig-Connewitz nur noch ein Ruinenrest der früheren Villa Steyer. Nach drei Jahren Planungszeit begannen im Sommer 2018 Arbeiten, die dem Areal eine neue Perspektive gaben. Die RTLL Lewerenz Gruppe nahm sich des 5.600 Quadratmeter großen Villen-Grundstücks an, um 26 Wohnungen in neuen ebenso wie in historischen Gebäuden einzurichten. Im Einklang mit Denkmal- und Naturschutz entwarf das Leipziger Architekturbüro Mann & Schott die Idee für eine Bebauung und Gestaltung, mit deren Umsetzung Michael Hampel, Projektleiter bei RTLL, bis in dieses Jahr hinein befasst war.

1907/08 ließ sich die wohlhabende Witwe Mathilde Steyer vom Leipziger Architekten Max Bösenberg eine Villa im Jugendstil errichten. Nach Bombentreffern im Zweiten Weltkrieg blieb von dem stattlichen Haupthaus nur eine Ruine übrig. Fortan wurden lediglich noch das Untergeschoss und Nebengebäude wie Stall, Remise, Kutscherwohnung und der Verbindungsbau zur Villa genutzt. Diese Gebäude wurden jetzt denkmalgemäß saniert und am Platz des früheren Haupthauses ein Neubau errichtet.

Fassadengestaltung zitiert historisches Vorbild

In Dimension und Ausrichtung erinnert das neue Mehrfamilienhaus an die Jugendstilvilla, die hier einmal stand. Die farbliche Gestaltung der Fassade entstand durch eine umfangreiche Bemusterung und im Einklang mit den Wünschen der Denkmalschutzbehörde. Die Basis für die Gestaltung bildet ein in sanftem Grau eingefärbter Oberputz. Er gehört zu einem vollmineralischen Wärmedämm-Verbundsystem (WDVS) von HECK Wall Systems mit einem Dämmkern aus 160 Millimetern nichtbrennbarer Steinwolle, das auf rund 2.000 Quadratmetern Fassade zur Anwendung kam. Durch eine kreative Putztechnik und eine Beschichtung mit unterschiedlich intensiven Lasuren entstand auf der Fassade des Hauptgebäudes und des vorgelagerten Pavillons eine ansprechende Natursteinoptik in verschiedenen, natürlichen Grautönen.


Modelliert aus mineralischem Werktrockenmörtel

Als Oberputz kam der mineralische Werktrockenmörtel HECK K+A Plus zum Einsatz. Zunächst wurde der faserarmierte Mörtel in einer Schichtdicke von fünf bis sechs Millimetern mit der Zahnkelle auf die armierte Dämmlage aufgezogen und mit einer Glättkelle klassisch zu einer gleichmäßigen Oberfläche verzogen.

In dem noch nicht abgebundenen Material wurden dann mit Strukturbürste und Stachelwalze unregelmäßige Muster eingedrückt, wie sie auch in einer Natursteinoberfläche zu finden wären. Danach wurden hervorstehende Mörtelreste und Grate mit der Venezianerkelle verzogen und etwas eingeebnet. Es folgte das Einziehen von waagerechten und senkrechten „Fugen“ unter Zuhilfenahme einer Maßschiene. Diese Fugen wurden dann händisch mit einem Cutter etwas ausgeräumt, also vertieft und gestaltet. Die nun hervorstehenden Grate wurden mit einem weichen Besen vorsichtig abgefegt. Nach zwei Tagen Trocknungszeit begann die Beschichtung der Oberfläche mit Lasuren in verschiedenen Farbabstufungen.

Farbtonvarianz wie aus der Natur

Die Lasuren wurden aus einer HECK Silikonharzfarbe Basis 2 durch Zumischungen der klassischen HECK Silikonharzfarbe erstellt. Mit unterschiedlichen Mischungsverhältnissen wurden so verschiedene Grautöne erzeugt, mit denen die einzelnen „Steine“ gegeneinander abgegrenzt wurden. Der Auftrag erfolgte partiell mit einem Lasurpinsel und anschließendem Einwischen mit einem Schwamm in die Vertiefungen der Oberfläche. Auf diese Weise entstand eine Optik, als seien Natursteine in verschiedenen Farbvariationen verarbeitet worden.


Gut geschützt vor Veralgen und Verschmutzen

Als mineralischer Putz reduziert der HECK K+A Plus die Bildung eines Wasserfilms auf der Fassadenoberfläche. Dabei werden zwei natürliche Effekte genutzt: Die hohe Wärmespeicherkapazität eines vollmineralischen Putzes verringert die Betauungszeit einer Putzoberfläche. Gleichzeitig unterstützt ein vollmineralischer Putz wie der HECK K+A Plus die Feuchtigkeitsregulierung in der Putzschicht, die vorhandenes Wasser aufnimmt. Er sorgt für eine schnelle Rücktrocknung.

„Durch die Entscheidung für das vollmineralische WDVS von HECK Wall Systems haben wir zweierlei erreicht: Zum einen die höchste Brandschutzklasse an der Fassade durch den Dämmstoff Steinwolle, zum anderen eine besonders langlebige Beschichtung selbst in einer so naturnahen Lage. Denn vollmineralische Systeme bieten nach unserer Erfahrung den besten Schutz vor mikrobiellem Bewuchs auf Wärmedämm-Verbundsystemen bzw. Putzflächen ganz allgemein“, so das Fazit von Hampel. Weitere Informationen unter www.wall-systems.com.